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FinTech Szene Schweiz im Payment-Umfeld

Anlässlich der 9. Payment Arena machten uns einmal mehr vier hochkarätige Fachexperten ihre Aufwartung. Dies obwohl sich im Vorfeld eine bleibende Erkenntnis ergab. Im Payment-Umfeld der Schweiz existiert eigentlich gar keine Startup oder Fintech-Szene, eher ein solides Engineering gepaart mit grossem Knowhow im Bereich Finanzmarkt. Im ersten Moment sorgt dies für Erstaunen. Bei näherer Betrachtung der Branche jedoch stellt man rasch fest, dass sämtliche Initiativen, die bargeldloses Geld bewegen, starken Auflagen der Finanzkontrolle unterstehen. Und neue Technologien präsentieren uns schon bekannte Bezahlverfahren, einfach auf eine bequemere Art. Selbstverständlich gehören alle Entwicklungsfirmen in der Payment-Industrie zu den sogenannten „Fintechs“. Spätestens bei dem Begriff Startup, wird die Luft dann aber dünner.

So ist Michael Zoller als Gründer der Firma Tastier im Jahre 2014 der einzige Jungunternehmer, welcher seit drei Jahren in einen neuen Bezahlservice in der Gastronomie investiert. Drei Jahre harte Arbeit für aktuell zwei Live-Kunden! In diesem Sinne wünschen wir Michael weiterhin viel Erfolg bei der Neukundengewinnung für seine Lösung, die uns das Bezahlen im Restaurant bequemer gestaltet. Obwohl die Lösung neu ist, bleiben die Bezahlmethoden die uns Bekannten. Auf die Frage, ob ein Gastronom, welcher mit Tastier arbeitet in absehbarer Zeit auf das bekannte EFT/POS-Terminal verzichten wird, meinte Michael: „Unser Service ist ein Ergänzungsservice mit grossen Vorteilen für den Gastronomen und den Nutzer. Wir stehen jedoch erst in der Bewährungsphase um zu sehen, ob wir mit unserem neuen Service genug Kunden gewinnen“.

Einen weiteren und anderen unabhängigen Bezahlservice bietet e-24.ch an. Das Unternehmen, welches 2009 von Alexander Schümperli ins Leben gerufen wurde, bezeichnet sich schon länger nicht mehr als Startup obwohl dieselben Strukturen noch immer gelebt werden. Den e-24.ch Service kennt man in der Branche. Bei der Frage nach der Nutzung an die 80 anwesenden Payment-Experten zeigte sich aber, dass die Wenigsten den einfachen, schnellen und mobilen Bezahlservice beim Parkieren regelmässig verwenden. Mit bereits 500‘ 000 Transaktionen pro Jahr, wird e-24.ch im Vergleich mit Tastier bereits häufig genutzt. Gemäss Alexander stehe das Unternehmen trotzdem noch immer nicht auf eigenen Beinen. Alexander pflegt den e-24 Service aus der Firma Ergonomics heraus, welche er als CEO leitet und die zur Sandpiper Digital Payments AG gehört. Zur Frage, ob e-24 vor einem grossen Durchbruch stehe, meinte Alexander: „Durch die Partnerschaft mit Sandpiper erhoffen wir uns in verschiedenen Bereichen des mobilen Bezahlens grosse Synergien. Insbesondere öffneten wir uns durch den Zusammenschluss vielen internationalen Märkten“. Auch Alexander sieht e-24 als Ergänzungsservice in kundenspezifischen Bereichen.

Weniger bescheidene Vorstellungen verfolgt da Christian Pirkner mit der märchenhaften Geschichte zur Frage: „Wie werde ich Rockstar in der Fintech-Szene”. Der schweizerisch-österreichische Doppelbürger und Gründer eines Startups im Silikon Valley, mischt mit seinen Referenzerfolgen in den USA gegenwärtig die europäische Payment-Landschaft mit Blue Code auf. Zur Frage, was denn an Blue Code besser sei, als an den anderen mobilen, neuen Bezahlmethoden meinte Christian „Blue Code hat in den vergangen drei Jahren vor allem an der vertraglichen Basis gearbeitet, damit Blue Code in jedem europäischen Land, von jeder beliebigen Bank schnell eingeführt und im Handel verbreitet werden kann“. In Österreich und Deutschland wird Blue Code über erste Banken bereits verbreitet. So durften alle Besucher des Münchner Oktoberfests mit Blue Code bezahlen, wofür sie im Gegenzug den 6. Liter Bier geschenkt bekamen. Blue Code steht in der Schweiz aus bekannten Gründen, die Twint heissen, (noch) nicht an erster Stelle der Länderliste. Mit Spanien und Portugal ist Christian hingegen schon in konkreten Verhandlungen.

Spricht man zur heutigen Zeit und im Jahr 2017 über Fintechs und Startups, dann gehört das Thema Blockchain selbstverständlich mit dazu. Sebastian Bürgel ist Gründer der Validity Labs in Zug, CTO und Co-Founder von SONECT, einer mobile ATM Lösung, welche vor wenigen Monaten viel Schweizer Medienpräsenz erlangte. Damit passte der visionäre Sebastian wunderbar in die noch nicht so ganz Blockchain sprechende Payment Arena Expertenrunde. Denn auf meine Frage, ob seine Entwicklung im Schweizer Markt notwendig war, da es an jedem handelsüblichen EFT/POS-Terminal möglich wäre Bargeld zu beziehen, entgegnete Sebastian souverän: „Ich beschäftige mich seit Monaten rund um die Uhr mit den Themen zur Blockchain, denn da spielt die Musik“.

Und so nahm die Payment Arena die Form an, welche ich mir erhofft hatte. Steht der Finanzwelt eine radikale Veränderung bevor? Ja, die Fachexperten sind sich einig und neue Technologien werden dabei eine grosse Rolle spielen. Was ist mit den „Rules and Regulations“? Diese ändern sich per 2018 mit PSD2 in der EU so oder so, war die klare Aussage. Auf meine letzte Frage zur Vorbereitung der Banken auf die kommenden, rasanten Veränderungen, antworteten insbesondere Christian Pirkner und Sebastian Bürgel. Sie sind der Ansicht, dass die bestehenden Finanzinstitutionen zwar Investments tätigten, ein klares Commitment meist jedoch ausbleibe. Nun denn, wir sind gespannt und bleiben am Ball. Für alle, die nicht dabei sein konnten gibt es hier das Video zur Payment Arena.

Christian Vetsch

Christian ist Partner bei Abrantix und für die Kundenbetreuung zuständig. Er arbeitet seit 1991 in der Zahlungsverkehrsbranche und verfügt über enorme Kenntnisse und Erfahrungen in der Branche. Mit einem starken nationalen und internationalen Netzwerk legt er grossen Wert auf den direkten Kundenkontakt.

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