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Innovation in der Payment Industrie

Präsentation am Swiss Payment Forum vom 27. – 28.11.2013, Daniel Eckstein, CEO Abrantix AG

Die Innovationskraft der Payment Industrie ist nicht die die absolute Stärke dieser Branche. Doch auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Daher wird in unserer Branche auch geforscht und neue Konzepte werden entworfen und getestet.

In den nächsten Minuten möchte ich Ihnen erklären wer die Innovationstreiber in unserer Branche sind und warum Ideen funktionieren und andere nicht. Und natürlich möchte ich Ihnen auch einige Innovationen zeigen welche Interessant oder auch nur zum Schmunzeln sind.

Innovation und Regulation

Die Kartenindustrie ist eine sehr stark regulierte Branche. Extrem regulierte Branchen lassen wenig Spielraum für Kreativität und Innovationen. Allein die Rules and Regulations der Card Schemes (VISA, Mastercard, American Express) füllen über vier Bundesordner. Dazu kommen tausende Seiten von technischen Spezifikationen wie PCI und EMV. Nur sehr wenige Menschen haben da noch den Durchblick was erlaubt und was verboten ist. Diejenigen die wissen was erlaubt und verboten ist, sind in der Regel nicht die Innovativen, da sie die Paragraphen schon kennen welche die neuen Ideen verunmöglichen. Daher kommt fast alle Innovation in unserer Branche von Quereinsteigern oder „Nicht-Karten-Menschen“.

So wurde z.B. die erfolgreiche MPOS Lösung „Square“ von Jack Dorsey dem Erfinder von Twitter gegründet, iZettle wurde von ehemaligen Telekom-Ingenieuren gegründet die bis anhin nichts mit Kreditkarten zu tun hatten. Aber wieso kam niemand aus unserer Branche auf diese Idee? Die Antwort ist relativ einfach: die Branchen-Spezialisten wissen, dass diese Lösungen nicht den Vorschriften der Kartenorganisationen entsprechen und somit nie zugelassen werden.

Dies war ganz anders im Square und iZettle Case. Die Erfinder kannten die Vorschriften der Kreditkarten nicht und haben sich aber überlegt wie es auf einfachste Art und Weise möglich ist auf einem Mobil-Telefon Kreditkarten zu akzeptieren und somit einem ganz neuen Händlersegment die Akzeptanz von Kreditkarten zu ermöglichen. Was braucht es dazu? Einen Kreditkarten-Leser, ein Kommunikationsmodul für die Übermittlungen der Transaktionen sowie etwas Rechenpower um eine Kreditkartenapplikation laufen zu lassen. Alle Smartphones erfüllen genau diese Eigenschaften mit der Ausnahme, dass sie über keinen Kartenleser verfügen. Ganz schnell wurde ein Kartenleser entwickelt, der an jedes Mobiltelefon angeschlossen werden kann. Da diese Entwicklungen in USA entstanden, in dem Land wo immer noch ausschliesslich Magnetstreifen-Transaktionen verarbeitet werden, wurde ein Magnetstreifen-Leser entwickelt. Dieser konnte ganz einfach an der Kopfhörer-Buchse der Mobiltelefone angeschlossen werden. Dies funktioniert in den USA wunderbar, erfüllt aber die Sicherheitsanforderungen der Kartenorganisationen in keiner Art und Weise.

Sonderweg in USA

Da in den USA bis heute alle Transaktionen per Magnetstreifen verarbeitet werden und das ganze Land die üblichen Sicherheitsanforderungen der Branche nicht erfüllt, war dies aber egal. Die Karten konnten gelesen werden, das Mobiltelefon konnte die Transaktionen online autorisieren und die Lösung wurde von den Kunden sehr gut akzeptiert.

Easy. Das Produkt war geboren. Es fand sich schnell ein Acquirer der die Transaktionen entgegen nahm und das Produkt wurde von den Kunden gekauft wie verrückt. Super einfach und voll easy. Das Problem für Europa: gemäss Rules and Regulations ist es in Europa nicht erlaubt Transaktionen über den Magnetstreifen der Karte zu verarbeiten. Dies wird in den PCI und EMV Standards definiert. Aber da diese in den USA nicht angewendet werden, stand dem Erfolg der Lösung nichts im Wege.

In Europa hat es iZettle mit der gleichen Technologie versucht und sehr schnell gemerkt, dass in Europa der Chip für eine Transaktion benutzt werden muss. Mit viel Elan hat iZettle dann einen mobilen Chip-Leser für iPhone und Android erfunden. Mit diesem Leser konnten Transaktion per Chip verarbeitet werden. Alles ok und auch sehr easy. Nur verlangt Rules and Regulations, dass Chip Transaktionen mit PIN und nicht mit Unterschrift stattfinden müssen sofern die Karte das so will.

Customer rules!

Beide Lösungen entsprechen also nicht den Vorschriften der Kartenorganisationen, erfüllen aber ein Bedürfnis der Kunden.

Was ist passiert? In USA fanden die Kunden Square den absoluten Hammer und innerhalb zwei Jahren wurden ca. 1 Million Händler an das System angeschlossen. Ein riesiger Erfolg, obwohl die Lösung gemäss den Kartenorganisationen nicht erlaubt ist, oder sagen wir „nicht gewünscht“ wird. Square und iZettle wurden zur Erfolgsgeschichte. Und wie es so ist wenn etwas erfolgreich ist und schnell viele Kunden gewinnt, dann wird investiert. VISA US hat als erste Firma in Square investiert und dieser zum absoluten Durchbruch verholfen. Und dies obwohl dies gemäss Ihren eigenen Rules and Regulations verboten ist. Aber man drückt ja gerne mal ein Auge zu wenn etwas erfolgreich ist.

Das gleiche geschah mit iZettle. iZettle war erfolgreich. Mastercard hat investiert. iZettle war somit umso erfolgreicher. Das hat viele Nachahmer angezogen. Mittlerweile gibt es über 200 MPOS Firmen die auf die eine oder andere Art einen Leser für das Mobile-Telefon anbieten und auf die eine oder andere Art Transaktionen verarbeiten.

Wie war dieser Erfolg möglich, obwohl diese Lösungen fast verboten sind. Ganz einfach, den Kunden hat es gefallen. Die Benutzung der Lösung ist einfach und ein Vertrag kann schnell abgeschlossen werden. Das war bis anhin im normalen Kreditkarten-Business nicht möglich.

Trend 1: Convenience

Händler wollen schnell und einfach Kreditkarten akzeptieren. Sei dies im Internet auf dem Mobiltelefon oder am POS. Dies ist im Wesentlichen auch der Erfolg von PayPal. Online Setup und sofort Karten akzeptieren. Dies bei horrenden Kommissionen. Ein Erfolgsmodell.

Neue Geschäftsmodelle in der Kreditkarten-Welt

Um den Erfolg von Square und iZettle auch anderen MPOS Anbieter zu ermöglichen musste das Modell legitimiert werden. Dazu wurde eine neuen Entität in der Kreditkartenwelt kreiert werden: der Payment Facilitator.

Der Payment-Facilitator akquiriert und unterschreibt den Akzeptanzvertrag mit den Kunden. Er sammelt alle Transaktionen und reicht diese bei einem Acquirer ein. Dies ist neu. Bis anhin war es verboten, Transaktionen für dritte einzureichen. Jeder Händler musste einen direkten Vertrag mit den Kreditkarten-Organisationen abschliessen. Dabei müssen die Kreditkartenfirmen die Kunden besuchen und diverser Verträge unterschreiben. Üblicherweise machen die Kartenfirmen dies nur bei grösseren Händler mit über 100‘000 Dollar Kreditkartenumsatz. Alles Bedingungen die für das Business-Modell der MPOS Firmen nicht förderlich sind. Langer Vertragsabschluss, und Vertrag nur für umsatzstarke Händler.

Dies sollte geändert werden. Aus diesem Grund haben die MPOS Firmen ein neues Geschäftsmodel etabliert. Der Händler macht den Vertrag mit der MPOS Firma (iZettle, Square, etc.). Dieser muss für den Service eine hohe Kommission von ca. 2.75% bezahlen. Die MPOS Firmen haben einen Vertrag mit dem Acquirer, bezahlen diesem maximal ca. 1.75% und reichen alle Transaktionen Ihrer Kunden gesammelt ein. Somit ist auch das Business-Modell klar. Die MPOS Firmen profitieren von der Differenz zwischen ihrem Vertrag mit dem Händler und dem Vertrag mit dem Acquirer. Dafür schenken Sie dem Kunden eine APP und einen Leser und hoffen, dass dieser ordentlich Umsatz macht.

Dies ist ebenfalls im Sinne der Acquirer, da nun alle Kleinkunden bedient werden, die bis anhin keine Kreditkarten annehmen durften weil ihre Umsätze zu tief waren. Somit bündelt ein Facilitator die Umsätze der Kleinstkunden und reicht diese gesammelt ein.

Für die Händler sieht das neue Geschäftsmodell wie folgt aus: schneller Setup, keine Kosten für die Hardware, dafür hohe Kommissionen bei der Transaktionen. Kein schlechtes Modell für die MPOS Firmen wenn es ihnen gelingt die Hardware-Kosten tief zu halten und dabei grosse Umsätze zu verarbeiten.

So weit so gut. Es gibt sicher tausende Kleinstfirmen die noch keine Kreditkarten akzeptieren und somit akquiriert werden können. Aber ob diese Firmen hohe Umsätze machen?

Wie sieht die Zukunft von MPOS aus?

VISA und MC haben reagiert. Hierbei stehen sie in einer Zwickmühle. Den „normalen“ Händlern schreiben sie vor ein PCI-zertifiziertes Terminal, welches alle Kartentechnologien (NFC, Chip, Magnetstreifen) verarbeiten kann, vor. Den mobilen Händlern erlauben sie aber Transaktionen mit Magnetstreifen und Mobiltelefon abzuwickeln. Dies ist nicht sehr Durchgängig was Sicherheit und Gleichberechtigung der Händler betrifft. Daher machen es VISA und Mastercard in Europa mittlerweile zur Vorschrift, dass der MPOS Leser ein Chip und PIN Leser sein muss. Und dies stellt das MPOS Business-Modell stark in Frage. Die Hardware (CHIP und PIN Leser) ist teuer und kann nicht einfach verschenkt werden. Ebenfalls haben die Kartenorganisationen definiert, dass ein Facilitator einen Händler mit über 100‘000 Dollar Umsatz an die Acquirer abgetreten werden muss. Somit sind die Bedingungen günstige Hardware bei hohem Umsatz nicht mehr gegeben. Jetzt heisst es: hohe Hardware-Kosten bei kleinen Umsätzen. Ich denke es wird schwierig mit den etablierten MPOS Modell Geld zu verdienen.

Neben den MPOS Terminals gibt es auch noch die „normalen mobilen EFTPOS Terminals“. Diese sind teuer, aber für jeden Händler der mehr als 100‘000 Euro Umsatz mit Kreditkarten macht, ist es günstiger ein Terminal zu kaufen da er von tieferen Kommissionen profitieren kann.

Innovation, resp. Convenience bedeutet höhere Transaktionspreise

Damit die Innovation möglich ist, werden oft neue Geschäftsmodelle und neue Entitäten in der Kartenwelt erfunden. Dies war schon im E-Commerce Bereich der Fall, als die Rolle des PSP (Payment Service Providers) erfunden wurde. Im MPOS Bereich sind es nun die Payment Facilitator. Diese ermöglichen den Kunden einen schnellen Vertragabschluss führen aber auch zu höheren Kommissionen. Grössere Händler sind üblicherweise nicht interessiert wenn die Kommissionen zu hoch werden. Grössere Händler wollen tiefe Kommissionen. Die Anschaffungskosten für die Hardware sind Ihnen nicht so wichtig wie die Transaktionskosten. Dies steht diametral gegen das Geschäftsmodell der MPOS Firmen.

Trend 2: der Kostendruck

Die Kosten für die Transaktionen sollen möglichst tief gehalten werden. Aus diesem Grund ist es nicht sehr geschickt immer mehr Firmen in die Transaktionskette zu integrieren, da alle diese Firmen überleben und etwas verdienen müssen.

Bank to Bank Payments

Die Kreditkartenfirmen haben viel Gutes für uns Konsumenten getan. Es wurde uns schon vor dreissig Jahren ermöglicht ins Flugzeug zu steigen, nach New York zu fliegen und dort ein Steak zu essen. Bezahlt haben wir mit unserer Kreditkarte. Das Geld floss dann irgendwie von Konsumenten zum Händler. Fast schon magisch. Es war total OK, dass man für diesen Service eine Kommission bezahlen muss. Aber ist das immer noch zeitgemäss?

Im heutigen Zeitalter wäre es eigentlich denkbar Zahlungen direkt von Konto zu Konto zu überweisen. Und dies sehr zeitnah. Oder Nahe an Real-Time. Leider sind die heutigen Bankennetze nicht dafür ausgelegt Zahlungen realtime zu verarbeiten. Aber bereits heute gibt es mehrere Anbieter die Bank to Bank Payments schon im Ecommerce anbieten da dort die Geschwindigkeit der Zahlungsabwicklung nicht so sehr im Fokus steht wie am POS.

Bank to Bank Payments sind kostengünstig. Aber auch hier müssen „Facilitator-Firmen“ Aufgaben übernehmen um die Zahlungsabwicklung für die Kunden zu ermöglichen. Nichts desto trotz sind die Zahlungen immer noch günstiger als Kreditkarten-Zahlungen. Normalerweise kosten diese Zahlungen eine technische Transaktions-Gebühr. Dies ist ab einem Betrag von 50 Euro fast in jedem Fall billiger als eine prozentuale Kommission. Daher lohnt es sich diese Zahlungsmethoden bei höheren Beträgen anzubieten. Bereits gibt es einige Anbieter für solche Lösungen wie, Dwolla, Sofortüberweisung, Axoola, etc.

Sind Banken Innovations-Killer?

Aber wieso müssen eigentlich immer Drittfirmen für die Innovation sorgen. Es ist aus den obigen Ausführungen doch eigentlich klar, dass die schnellste und kostengünstigste Transaktion eine Zahlung von Bank zu Bank ist. Aber warum gibt es diese Möglichkeiten defacto nicht? Sind die Banken unfähig innovative respektive zeitgemässe Lösungen anzubieten? Technisch betrachtet denke ich eher nicht, politisch eher schon. Das Geschäft mit den Transaktionen ist ein riesiges Business. Die Lizenznehmer von VISA und Mastercard sind hauptsächlich Banken. Transaktions-Prozessoren gehören oft den Banken. Die Banken verdienen sehr viel Geld mit der Verarbeitung von Transaktionen. Wieso soll daher eine Innovation aus der Bankenwelt kommen, welche die bestehenden, gut etablierten und sehr ertragsstarken Geschäftsfelder kanibalisieren? Niemand aus der Bankenwelt hat Interesse an einem solchen Szenario. Daher muss die ganze Innovationskraft dieser Branche von kleinen Firmen stammen die in den Grauzonen der Regulationen neue Geschäftsideen realisieren.

Mobile NFC Payments

Das obige Problem trifft auch sehr schön auf „mobile NFC Payments“ zu. Es ist mittlerweile in aller Munde, dass scheinbar alle Konsumenten mit dem Handy bezahlen möchten. VISA und Mastercard haben einen Standard für kontaktlose Transaktionen erfunden, welcher es mittels NFC-Technologie ermöglicht, Zahlungen mit kontaktlosen Karten oder Mobiltelefonen abzuwickeln. Mit kontaktlosen Karten funktioniert der Standard einwandfrei. Bei Mobiltelefonen ist die Situation leicht anders. Ein Mobiltelefon ist gemäss den Standards der Kartenindustrie nicht sicher. Die Karteninformationen müssen aber im Telefon sicher gespeichert werden. Dazu braucht es im Telefon ein Secure Element und jemand der diesem Secure Element vertraut (Trust relation). Üblicherweise ist diese Secure Element die SIM Karte und die Organisation die die SIM Karte überprüfen kann sind die Telko’s. Dabei verfügen die Telko’s über sogenannte TSM-Dienste (Trust Service Manager) welche diese Trust-Relation herstellen können. Technisch ist das perfekt. Alles funktioniert bestens. Nur macht leider niemand bei diesem System mit.

Dies hat einen einfachen Grund: bei diesem System-Design sitzen die Telko im Transaktionsfluss. Das ist aber die Domäne der Banken. Die Banken haben alles andere als Freude ihre Erträge mit den Telko‘s zu teilen. Ebenso ist es nicht im Interesse der Banken, dass die Telko’s die Hoheit über die Transaktions-Sicherheit haben. Daher sind in der Schweiz die Fronten verhärtet und die Banken können sich maximal zu einigen kleinen Pilotversuchen überzeugen lassen. Das gleiche gilt auch in anderen Ländern. Banken kümmern sich um die Abwicklung von Zahlungen, Telko’s sollen die Konnektivität sicherstellen. Solang dies so ist, ist alles gut. Wenn sich die Kräfte verschieben, führt dies zu Stillstand im Markt.

Was gibt es sonst noch?

Die Manor hat seit einigen Wochen eine neue Payment Application für Mobiltelefone. Diese Lösung basiert auf der Kartenbasis von MyOne (Manorkarte) und ist somit nicht den Anforderungen der globalen Kartenanbieter wie VISA oder Mastercard unterstellt. Daher kann Manor die Technologie sowie die Verarbeitungsmethode der Transaktionen selber bestimmen. Hierbei setzt Manor, in Zusammenarbeit mit ihrer Tochterfirma Accarda, auf die Barcode Technologie. Diese Technologie wird von allen Smartphones unterstützt, inklusive den iPhones die bis heute kein NFC unterstützen. Möchte ein Kunde mit seinem Handy bezahlen, so wird auf dem Handy ein Barcode (Payment Token) erzeugt. Dieser Barcode wird dann von der Kasse gescannt. Da die Kasse mit dem EFTPOS Terminal verbunden ist, wir die Zahlung über die sichere Infrastruktur der EFTPOS Terminals abgewickelt. Hierbei kann ebenfalls mittels PIN-Eingabe am Terminal der Benutzer authentisiert werden.

Keine schlechte Lösung, da sie auf allen Mobiltelefonen verfügbar ist. Die Lösung verfügt über einen sehr hohen Sicherheitsstandard und Betrugsmöglichkeiten sind weitgehend ausgeschlossen. Im Moment ist nur die Zahlungsfunktion aktiviert. Dies ist noch nicht sehr sexy für die Benutzer. Da das System aber von Accarda, einem der grössten Loyality-Anbieter der Schweiz betrieben wird, könnte man sich vorstellen, dass die Zahlung mit Loyality kombiniert wird. Dann wird es schon richtig sexy für die Konsumenten. So kann z.B. bei Zahlung geprüft werden, ob für diesen Kunden ein Coupon oder ein Rabattgutschein vorliegt. Dieser könnte dann einfach eingelöst werden. Und dann hat die Lösung ein absolutes Alleistellungsmerkmal. Wenn man nämlich mit MyOne Mobile bezahlt, gibt es die Möglichkeit, dass man mittels einem Rabatt überrascht wird. Dies ist mir noch nie bei einer anderen Zahlkarte passiert.

Ganz generell hat Manor aber nun eine „Mobile-Zahlungsplattform“ und sie können Erfahrungen sammeln, und prüfen was funktioniert und was nicht. Diese Erfahrung sowie der weitere technologische Fortschritt ermöglichen es weitere innovative Zahlungsarten anzubieten.

Hand-free payment

Eine mögliche Evolution einer solchen Lösung wäre eine Hand-Free Payment Lösung. Diese wird bereits heute bei Starbucks angewendet. Hierbei meldet eine auf dem Smartphone installierte App der Starbucks-Kasse, dass man sich im Laden befindet. Hierzu wird die GPS Technologie verwendet. Auf der Kasse erscheint das Foto des Kunden und der Kunde wird so durch das Kassenpersonal identifiziert. Die Zahlung findet automatisch statt, ohne dass der Kunde das Mobiltelefon in die Hand nehmen muss. Ziemlich easy und sexy. (Diese Lösung wurde übrigens ebenfalls von Square erfunden.)

Diese Lösung funktioniert üblicherweise nur mit privaten Zahlkarten, in obigen Fall mit der Starbucks-Karte, welche nicht den VISA und Mastercard Rules unterstellt sind. Manor verfügt ebenfalls über eine private Zahlkarte sowie über eine mobile Zahlungsplattform. Daher ist Manor bestens für die Zukunft gerüstet.

Zukunftsprognose

Visa und Mastercard werden stärker werden und immer mehr Transaktionen abwickeln. Ich glaube nicht, dass jemand einen Kampf à la David gegen Goliath mit den Banken austragen will. Dies obschon mit PayPal, Google, Facebook, Apple, etc. einige David’s parat stehen welche die Geschäftsmodelle der Banken durchaus ein bisschen ins Wanken bringen könnten. Dies hätte aber auch schon heute passieren können, aber scheinbar hat niemand das Bedürfnis hier etwas zu ändern.

Sicherlich werden aber private Karten à la Starbucks und Manor erfolgreich sein, da es mit diesen Karten möglich ist ein gute „Customer Experience“ zu ermöglichen. Hierbei denke in vor allem an die Kombination von Payment, Loyalty und Convenience beim Zahlvorgang.

Im MPOS Markt werden diverse Firmen wieder verschwinden. Hier befinden wir uns in einer Blase die sicherlich platzen wird. Daraus werden aber Lösungen hervorgehen, die es kleinen Händlern ebenfalls ermöglichen Karten zu akzeptieren. Ich denke, dass wir uns hier in einer Phase vergleichbar mit dem Ecommerce-Boom 2001, kurz vor dem Platzen der Internetblase, befinden.

In Zukunft wird sicherlich mehr bargeldlos bezahlt. Hierbei werden alle möglichen Technologien verwendet werden: Handy, Karten, KeyFobs, BarCodes, etc. Dank den Mobiltelefonen wird es möglich sein, viele Karten auch sich zu tragen. Im Moment denke ich, es wird eher hunderte von Kartenapps mit unterschiedlichen Technologien geben, als ein Wallet welches alle Karten beinhaltet.

Hirngespinste oder Innovationen?

Hier möchte ich Ihnen noch meine „Lieblingsinnovationen“ vorstellen. Einiges davon ist sehr fragwürdig und daher eher unter dem Motto „Spiel, Spass und Sport“ zu verstehen.

Loop, in Gründung

http://www.kickstarter.com/projects/loop/pay-with-loop

Magnetkarten Emulator für Smartphones

 

Geode iCache

http://www.zdnet.com/first-look-icache-geode-digital-wallet-for-iphone-verdict-cool-but-half-baked-7000001440/

Ging leider in der Zwischenzeit Konkurs

 

COIN

https://onlycoin.com/

Programmierbare Magnetkarte

Card iO

https://www.card.io/

OCR Scanning von Kartennummern.

 

Google Glass Payments

1.4.2013 = 1. April Scherz

http://www.pymnts.com/briefing-room/mobile/mobile-payments/2013/google-glass-launches-stare-for-fare-visual-payments/

Jetzt scheinbar real.

http://www.itproportal.com/2013/10/21/google-glass-real-money-payments-way/

http://www.ibtimes.com/google-glass-gets-mobile-payment-app-intuit-adapts-gopayment-app-smart-glasses-1432604

 

Übersicht über MPOS Lösungen

http://www.pymnts.com/briefing-room/mobile/MPOS-Tracker/mpos-tracker/

Übersicht über „mobile Wallets“

https://www.pinterest.com/skipallums/mobile-wallets-payments/

 

weitere Links aus dem Vortrag:

https://squareup.com/

https://www.izettle.com/

http://www.manor.ch/de/mobile+card+app/mobile-payment.html

https://www.dwolla.com/

http://techcrunch.com/2012/11/07/square-wallet-will-now-be-accepted-in-over-7000-starbucks-stores-in-the-united-states/

https://masterpass.com/index_uk.html

https://www.v.me/

Studie über EMV-Kompatible Transaktionen mit einem Mobiltelefon ohne Partizipation der Telekommunikationsanbieter (HSR)

Präsentation:

www.swisspaymentforum.ch/praesentationen (Codes SPF4404)

 

Daniel Eckstein

Daniel ist der CEO und Gründer von Abrantix, ein Visionär, Querdenker und die treibende Kraft hinter Abrantix. Zusammen mit seinen anderen Partnern hat er das Unternehmen zu einem führenden Anbieter von Zahlungssoftware entwickelt.

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